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Flughafen Kassel-Calden: Straßenanbindung unzureichend

Eingestellt am 03. August 2012 um 22:59 Uhr » Politik Wirtschaft (Nord-) Hessen

(pm/rb) – Die Hofgeismarer SPD-Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer hat heute die Antworten der hessischen Landesregierung auf ihre kleine Anfrage zur Verkehrsanbindung des Flughafens Kassel-Calden veröffentlicht. Aus dem Dokument geht hervor, dass dem zuständigen Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) die Unzulänglichkeiten der bisherigen Anbindung über die Landesstraße 3080 bekannt sind, es bislang allerdings anscheinend noch keine konkreten Beschlüsse zur Erschließung des Flughafens mit der Eröffnung im nächsten Jahr gibt. Hofmeyer: „Die künftige Anbindung des Flughafen Kassel-Calden wird eine Katastrophe, wenn die Landesregierung weiter tatenlos bleibt“.

Lage des alten und des neuen Flughafens Kassel-Calden
© OpenStreetMap-Mitwirkende, Karten-Daten lizensiert nach der Open Data Commons Open Database Lizenz (ODbL), Bild gemäß CC by-sa.

Flughafen im „Verkehrschaos“

Eine Verbesserung der Verkehrssituation rund um den neuen Flughafen Kassel-Calden sei auch nach der neuesten Regierungsantwort auf ihre Kleine Anfrage nicht zu erkennen. „Weder mit der lange versprochenen Ortsumgehung der B 7 geht es voran, noch werden zeitnah Alternativen entwickelt“, kritisiert Hofmeyer und verweist als Beispiel auf fehlende Konzepte für die Flughafenanbindung über die Abfahrt Breuna der A 44. „Ich kann es nicht fassen, dass man in Wiesbaden sehenden Auges in ein Verkehrschaos steuert und offensichtlich keine Eile hat, dringende Verbesserungen für die Anwohner zu schaffen“, fasst Hofmeyer die jüngsten Antworten aus der Landeshauptstadt zusammen.

Für Flugreisende scheint indes Eile geboten: Der neue Flughafen Kassel-Calden soll im Frühjahr 2013 eröffnet werden. Die nun diskutierten Anreiserouten mit dem PKW über die Autobahn zur Landesstraße sind in nebenstehender Grafik in violett gekennzeichnet. Nicht eingezeichnet sind mögliche Anbindungen des Flughafens mit dem ÖPNV, da Nordhessische.de dazu keine Informationen vorliegen – sofern überhaupt entsprechende Planungen existieren.

Geld für den Flughafen, aber keines für die Erschließung?

„Die L 3080 wird künftig die Verbindung zwischen der Autobahn A 44 und der Bundesstraße B 7 zum Flughafen sein“, erläutert die SPD-Politikerin. Der desolate Zustand z.B. in der Ortsdurchfahrt Oberlistingen sei für die Landesregierung aber lediglich Anlass, ‚den Straßenabschnitt in die nächste Fortschreibung der Dringlichkeitsbewertung aufzunehmen‘, zitiert Hofmeyer aus der Antwort auf ihre aktuelle Kleine Anfrage. Die Landesregierung plane nicht, die L 3080 rechtzeitig zur Flughafeneröffnung in einen Zustand zu versetzen, der dem erhöhten Verkehrsaufkommen gerecht wird und die derzeit hohe Lärmbelästigung aufgrund von Fahrbahnschäden und Schlaglöchern abstellt. „Lediglich die Durchführung erforderlicher Erhaltungsmaßnahmen hat die Landesregierung zugesagt“, kritisiert Hofmeyer. Selbst diese würden aber nur dann erfolgen, wenn die benötigten Haushaltsmittel zur Verfügung stünden.

Doch das ist nicht sicher, nachdem allein der Flughafen-Neubau mit rund 250 bis 275 Millionen Euro zu Buche schlägt. Gleichzeitig fehlt in Kassel das Geld zum kompletten Neubau des Campus Nord mit neuen Gebäuden für die Naturwissenschaften.

Flughafen bedeutet mehr Verkehr in den Anlieger-Gemeinden

Auch mit dem Bau von Ortsumgehungen für Breuna und Oberlistingen sei in absehbarer Zeit nicht zu rechnen, befürchtet die SPD-Politikerin. Zwar habe die Landesregierung inzwischen nach eigener Aussage ‚Hessen Mobil‘ einen Planungsauftrag für diese beiden Ortsumgehungen erteilt, mehr als eine Verkehrsuntersuchung sei aber bisher noch nicht erfolgt. Und selbst dann ist es noch ein weiter Weg bis zur Schaffung von Baurecht und dem »Anrollen der Bagger«. „Aus den leidigen Erfahrungen mit der Ortsumgehung für Calden wissen wir, dass in Wiesbaden nicht ernsthaft genug an einer verbesserten Flughafenanbindung gearbeitet wird“, bringt Hofmeyer ihre Befürchtungen auf den Punkt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf http://www.nordhessische.de/news.php?id=2162&c=73.


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