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Anmerkungen zu einer Tageszeitung in Nordhessen

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Kaiserschmarrn mit Äpfeln oder Birnen? [Korrektur]

Eingestellt am 11. April 2016 um 22:57 Uhr » (Nord-) Hessen Politik

Hat man Kaiser-Schmarrn gemacht und sucht nach dem passenden Obst, muss man nur bei der nordhessischen Tageszeitung vorbeischauen – dort werden heute solide Äpfel mit Birnen verglichen. Welches Fallobst jetzt allerdings der Flughafen Kassel-Calden und welches soziale oder kulturelle Einrichtungen sind, bleibt den Hobbyköchen und -gärtnern vorbehalten. Fest steht jedenfalls anscheinend, dass dieses Obst wohl bekömmlich sei. Denn zumindest der Flughafen Kassel-Calden wird zu so etwas wie einer Wohltat für Nordhessen stilisiert. Woraus diese „Wohltat“ bestehen soll, bleibt selbst nach dem Versuch zweier erläuternder und vergleichender Artikel zumindest dem naiven, zahlenbegabten Leser unklar.

Fakten

Denn nehmen wir nur einmal die Tatsachenbehauptungen der beiden Artikel sowie aus Gründen der Vollständigkeit noch einen früheren Artikel zu dem Thema und fassen zusammen:

  • Im gesamten letzten Jahr sind vom Flughafen aus 168 Tonnen Luftfracht transportiert worden. Das entspricht also rund fünf LKW-Ladungen bzw. fünf Güterwaggons bei der Bahn. Fünf, in einem Jahr! Und dafür hat sich keine Spedition gefunden?
  • Theaterkarten werden mit rund 100 Euro pro Karte öffentlich bezuschusst. Doch das Theater
    1. bietet es für jeden ein Programm, während der Flughafen nur eine sehr enge Auswahl an Zielen ermöglicht,
    2. beschäftigt mehr Menschen in der Region,
    3. hält für finanziell weniger leistungsfähige Menschen vergünstigte Eintrittskarten bereit,
    4. wird häufiger und nicht nur zum Schnitzelessen frequentiert,
    5. kann auch genutzt werden, wenn man die Region gar nicht verlassen möchte.
  • Der ÖPNV in Nordhessen wird pro Jahr zwar mit deutlich mehr Geld als der Flughafen subventioniert. Nur
    1. gibt es deutlich mehr als 360.000 180.000 Fahrgäste pro Jahr (Zahl nach einem Hinweis korrigiert: Fluggäste werden doppelt gezählt),
    2. bringt mich der ÖPNV überhaupt irgendwo hin,
    3. gibt es zusätzliche Subventionen für ganz junge und ältere Menschen,
    4. wird der ÖPNV-Betrieb direkt subventioniert – und nicht im Vergleich zum Flughafen nur die Haltestellen.
  • Die Kasseler Museen erhalten ca. dreimal so viel öffentliche Gelder wie der Flughafen. Nur … gleichen sich die Argumente in Bezug auf die Nutzung dem bereits oben gesagten. (180.000 Besucher pro Jahr, das schafft vermutlich die Grimmwelt alleine.)

Rechnung für Calden fehlt

Der Vergleich mit der Subventionierung der öffentlichen Schwimmbäder hingegen dürfte zumindest für Caldener taktlos sein, schließlich hat „Dank“ des Flughafens die Gemeinde ihr Freibad zwischenzeitlich auf der Abschussliste öffentlicher Einrichtungen stehen gehabt. Aber das steht sogar sehr indirekt im Artikel, wenn der Autor von der sehr klammen Gemeinde Calden schreibt, und unterschlägt, warum dieser Gemeinde das Geld fehlt.


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